8 wichtige Bausteine für die Denkweise des Ingenieurs

Was Ingenieure von allen anderen unterscheidet und warum wir sie bewundern.

Kennen Sie den mit dem Ingenieur, der zum Tode durch die Guillotine verurteilt wurde? Als das Gerät mehrfach klemmt, schaut er es sich genau an und ruft: „Wartet mal, ich weiß, wo das Problem liegt!“

Wir bei Xerox sehen uns als eine eigene Art von Business-Ingenieuren: Wir lösen Geschäftsprobleme, indem wir sie wie ein Ingenieur angehen.

Wir haben angefangen, über die Denkweise des Ingenieurs nachzudenken – was unterscheidet einen Ingenieur eigentlich von uns Normalsterblichen?

Neugier

Ingenieur antreibt.

Viele von uns unterdrücken ihre natürliche Neugier, um einen produktiven Tag zu haben. Wir können es uns nicht leisten, ständig innezuhalten und uns über alles Mögliche den Kopf zu zerbrechen. Ingenieure hingegen lassen ihrer Neugier freien Lauf und pflegen sie mit geradezu innerlichen Liebe zum Detail.

Die Neugier treibt ihre Leidenschaft an, die Dinge zu verbessern. Die Ingenieure, die wir kennen, sind passionierte Menschen, die auf ihre Weise nach eleganten Lösungen suchen.

Autor und Ingenieur Dan Bricklin formulierte es so: „In Dingen, die das Leben verbessern, liegt Schönheit.“ Business-Ingenieure streben nach genau dieser Schönheit. Das ist ihre Bestimmung. Tag für Tag kommen sie zur Arbeit, um die perfekte Harmonie zwischen Mensch, Prozess und Technologie zu finden.

Teamwork

Ingenieure sind von Natur aus kooperativ und arbeiten gerne im Team. Sie mögen ihre eigene Vision oftmals vehement verteidigen, aber sie können Beiträge von Kollegen durchaus berücksichtigen. Teamarbeit bringt Bewegung in eine Sache und motiviert die Beteiligten. Denn Business-Ingenieure sind stets überzeugt, „alles ist machbar und wir machen es möglich.“

Muster erkennen

Bei der Umsetzung hilft ihnen ihre ausgeprägte Fähigkeit, Muster zu erkennen. Jeder Mensch erkennt bestimmte Muster – auf diese Weise lernen wir. Business-Ingenieure nehmen Muster jedoch anders, grundlegender wahr. Mit regelrechter Verspieltheit jonglieren sie mit Alternativen, wie Dinge funktionieren könnten. „Ingenieure lieben es, Einzelteile zu einem größeren Ganzen zusammenzusetzen“, so Bricklin.

Status quo-Skepsis

Unternehmen, die sich an eingefahrene Prozesse klammern, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben (oftmals aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen), geraten in große Schwierigkeiten. Jeder Unternehmensberater erkennt das sofort. Blogger Mike Shipulski sieht in einer „gesunden Respektlosigkeit gegenüber dem Status quo“ einen der wichtigsten Schlüsselfaktoren der Ingenieursdenkweise.

Erfolgreiche Business-Ingenieure schauen über den Tellerrand und lassen sich dabei nicht durch den Status quo behindern – auch wenn die Lösungen später Aspekte beinhalten, die mitten auf dem Teller liegen. Am Ende zählt nur, dass der Prozess besser funktioniert.

Eine neue Perspektive

Oft enthält eine innovative Lösung eine Neuausrichtung: Man nimmt eine gängige Annahme einfach aus dem Kontext und untersucht sie erneut. Der Jazz-Musiker Thelonius Monk drehte seine runde Küchenuhr so, dass die 11 anstelle der 12 oben stand. Jeder, der seine Musik kennt, versteht warum. (Aber seine Frau machte das wahnsinnig.)

Business-Ingenieure setzen es sich nicht zum Ziel, etwas zu erschaffen, das andere sofort akzeptieren. Sie wollen vielmehr etwas Einfaches und Wirkungsvolles erfinden, das so gut funktioniert, dass es oftmals unsichtbar wird. Anfängliche Kritiker verschmähten Monks Musik – bis sie sie verstanden und respektierten. Auch seine Frau gewöhnte sich an den Anblick der Uhr mit der 11 ganz oben.

Einen Vergleich zwischen Musikern und innovativen Business-Ingenieuren zu ziehen, ist tatsächlich nicht so weit hergeholt. Das MIT und andere renommierte technische Hochschulen animieren ihre angehenden Ingenieure, Seminare in Songwriting oder Poesie zu belegen. Wer weiß, zu welch brillanten Ingenieurslösungen diese unkonventionellen Studien eines Tages führen werden?

Aus Fehlern lernen

Natürlich gehört strikte Analyse zu den unerlässlichen Fähigkeiten eines Ingenieurs. Bevor sie eine neue Lösung entwickeln – und nachdem sie sie in die Praxis umgesetzt haben –, analysieren sie den Sachverhalt sehr gründlich.

Das gilt vor allem, wenn Fehler auftreten. Kommt es bei einem Flugzeug zu einer ernsten Funktionsstörung, werden die Ingenieure der Nationalen Behörde für Transportsicherheit aktiv. Sie analysieren, simulieren, verstehen den Fehler und beheben ihn schließlich. Jede Fehlfunktion birgt die Chance, zukünftige Fehler zu verhindern. „Niemand will aus Fehlern klug werden“, so Ingenieur Henry Petroski, „aber aus Erfolgen lernen wir einfach nicht genug, um uns über den Stand der Dinge hinaus weiterzuentwickeln.“

Business-Ingenieure fürchten sich nicht vor Misserfolgen. Im Gegenteil, sie schüren nur ihre Neugier. Für die meisten von uns ist es ein herber Rückschlag, wenn wir ganz von vorne anfangen müssen – Business-Ingenieure jedoch sehen darin eine willkommene Chance.

Kommunikatoren

Eine weitere Eigenschaft erfolgreicher Business-Ingenieure ist ihre hervorragende Kommunikationsfähigkeit. Im Gegensatz zu vielen klassisch ausgebildeten Ingenieuren ist es für sie nicht genug, eine Formel hinzukritzeln und mit anderen Spezialisten in kryptischem Jargon zu fachsimpeln. Sie müssen sich sowohl im Team als auch den Kunden gegenüber verständlich machen können. Das alte Sprichwort „Ingenieure, die nicht kommunizieren können, arbeiten für Ingenieure, die es können“ gilt hier nicht. Sie drücken sich alle verständlich aus.

Innovatoren

Zu guter Letzt versteht der Business-Ingenieur die wirtschaftliche Notwendigkeit von Innovationen. Schon seit Anbeginn der Zeit wurde unsere Spezies von dem Wunsch angetrieben, sich beständig weiterzuentwickeln. Das galt für die Neandertaler ebenso wir für die Apollo 13-Ingenieure in Houston.

Sie mussten eine Apparatur improvisieren, um den steigenden CO2-Gehalt aus der Luft der beschädigten Raumkapsel zu filtern. Die Lösung war so erfolgreich, dass es der Crew gelang, allen Widrigkeiten zum Trotz zur Erde zurückzukehren. Die meisten Herausforderungen im Geschäftsleben sind weniger dramatisch, aber auf ihre Weise gleichermaßen wichtig.

Für den Optimisten ist das Glas halbvoll, während es dem Pessimisten halbleer erscheint. Einem echten Ingenieur hingegen ist das Glas um den Faktor 2 zu groß.

In der Denkweise eines Business-Ingenieurs spielt „halbvoll“ oder „halbleer“ keine entscheidende Rolle. Vielmehr sieht er in der Extrakapazität des Glases eine nutzbare Flexibilität – und Flexibilität ist möglicherweise entscheidend für das harmonische Zusammenspiel von Mensch, Prozess und Technologie. Nach dieser Harmonie streben großartige Business-Ingenieure, denn sie ist wahrlich Musik in ihren Ohren.

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wie Business-Ingenieure großartige Prozesse entwickeln (oder schlechte bekämpfen), lesen Sie Drei Flow-Killer.

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