• Chester Carlson

Sturheit, die sich bezahlt macht: Chester Carlson

Bei Xerox sind Sturköpfe jederzeit willkommen: Leute mit einer klaren Vision und einem eisernen Willen, diese Vision in die Tat umzusetzen. Wir haben sogar eine SlideShare darüber geschrieben. Ihr Titel:  Auf die Sturköpfe.

In unserer DNA steckt eine gesunde Prise Sturheit – direkt vom Erfinder der Xerographie, Chester Carlson. Hier erfahren Sie mehr über seine bemerkenswerte Geschichte.

Chester – Immer unter Strom

Im Jahr 1931 arbeitete Chester Carlson in der Patentabteilung der Bell Labs, die routinemäßig Kopien von Dokumenten benötigten. Kohlepapier oder Vervielfältigungsapparate waren damals die einzigen Möglichkeiten. Hierfür benötigte man allerdings eine spezielle Kopiervorlage, die den Kopiervorgang fehleranfällig, zeitaufwendig und unsauber machte.

Für unzählige Büroangestellte vor und nach Chester Carlson war dies ganz einfach Teil des Büroalltags. Für Carlson musste es aber eine bessere Lösung geben. 

Er nahm hin und wieder eine Auszeit von den Gesetzestexten und las in wissenschaftlichen Büchern, die ihm Hilfe bei seiner Suche versprachen. In einer obskuren deutschen Fachzeitschrift fand Carlson die entscheidende Anregung: einen theoretischen Beitrag, verfasst vom Physiker Pál Selényi. Er beschrieb eine rotierende Trommel aus isolierendem Material, die elektrostatisch aufgeladen werden kann. Die Trommel war in der Lage, ein Bild festzuhalten, welches auf Papier, das mit Trockentinte bestäubt war, übertragen werden konnte. 

Die Jahre in der Küche

Noch vor Jahresende meldete Carlson sein erstes vorläufiges Patent auf Grundlage zahlreicher Versuche an.

Viele davon führte er in seiner Küche durch, wobei er oft Schwefel auf dem Herd erhitzte. Mehr als einmal brach Feuer aus, begleitet von nach faulen Eiern riechenden Dämpfen.

Lange bevor Carlson das Rezept für einen praktikablen Fotoleiter entdeckte, stieß er an die Grenzen der Geduld seiner Frau. Er verlegte sein Labor auf die andere Seite des Flusses in das Hinterzimmer eines Schönheitssalons in Astoria, Queens.

Heureka

Nach vielen weiteren Experimenten – von denen die meisten erfolglos blieben – entstand nach schwefeliger Frustration eine neue Beschichtung, die er auf eine Zinkplatte aufbrachte.

Und es funktionierte.

Er trug einen simplen Text auf einen Glasträger auf, setzte ihm hellem Licht aus, staubte Pulver darüber und ... übertrug ihn erfolgreich auf Papier.

Die weltweit erste Xerox Kopie war eine einfache Datums- und Ortsangabe: „22.10.38  ASTORIA“.

Gefasst wiederholte Carlson das Experiment, um es zu verifizieren. Danach verließ er sein Labor zum Mittagessen. Über einen Zeitraum von vier Jahren baute er auf seine anfänglichen Erfolge auf, bis er im Oktober 1942 ein Patent für Elektrophotographie erhielt. 

Die Jahre der Ablehnung

Carlson wusste, dass er die Unterstützung einer Forschungseinrichtung benötigte, um die Technologie zu vermarkten.

Er bekam aber keine. 

Er stieß immer wieder auf Ablehnung: mehr als 20 Mal vor 1944. Er wurde von Kodak abgelehnt, von IBM und von dutzenden weiteren Unternehmen.

Seine Hartnäckigkeit wurde immer wieder auf die Probe gestellt.

Zum damaligen Zeitpunkt war Carlson bereits Leiter der Patentabteilung der P. R. Mallory Company, einem Vorläufer von Duracell. Zur Unterstützung in einem Patentrechtsfall zog Carlson Russell Dayton, einen jungen Ingenieur aus dem Battelle-Institut in Columbus, Ohio, zu Rate.

Da er ahnte, dass dieser Interesse zeigen könnte, zeigte ihm Carlson, den damaligen Stand seiner Erfindung. Carlson hatte Recht. Er wurde ins Battelle-Institut eingeladen, wo er seine wohlgeübte Demonstration abhielt – diesmal vor einem interessierten Publikum. Noch vor Ende 1945 stieg Battelle als Agent für Carlson-Patente ein und kümmerte sich um die Finanzierung weiterer Forschung.

Bald darauf las John Dessauer, Chef der Forschungsabteilung der Haloid Company, zufällig einen Artikel über Carlsons Erfindung. Haloid verpflichtete sich zur Vermarktung des Produkts.

Ein X als Markenzeichen

Haloid war begeistert von dem Konzept  und entschied sich, einen neuen Namen für das Verfahren zu erfinden, das heute ein Teil seiner Unternehmensgeschichte ist: „Xerographie“ – abgeleitet von den griechischen Wörtern xeros („trocken“) und graphein („schreiben“). Carlson gefiel der Name nicht, aber ihm war klar, dass dieser keine Rolle spielen würde, falls sie es nicht schafften, eine Maschine auf den Markt zu bringen. Dabei vertraute er auf die Bereitstellung der nötigen Ressourcen durch Haloid.

Im Jahr 1949 war es dann soweit.

Dreizehn Jahre nachdem die erste elektrostatische Aufladung Chesters Geist beflügelte.

Eine Rettungsleine

Der Xerox Fotokopierer Model A war schwierig zu bedienen und hätte eine kurze Lebensdauer gehabt, wäre da nicht ein glücklicher Zufall gewesen. Ganz unerwartet erwies sich der Kopierer als hilfreich für Druckereien, Vorlagen für den Offsetdruck zu erstellen.

Dieser kleine Markt gab dem Unternehmen Freiraum. Ein weiteres Jahrzehnt der Entwicklung später erblickte der Xerox 914 das Licht der Welt: leicht bedienbar und massentauglich. Drei Jahre nach seiner Markteinführung hatte das Unternehmen den Umsatz nahezu verdoppelt.

Der Rest ist Geschichte – eine Geschichte, die mit einem Lichtstrahl glänzt, der sich immer wieder über eine Glasplatte bewegt.

Ein Hoch auf Chester

Obwohl er kaum Ermutigung oder Bestätigung erhielt, blieb Chester Carlson über Jahrzehnte hinweg hartnäckig, ohne an seiner Idee zu zweifeln. Er glaubte daran, dass sie funktionieren und allen die Arbeit erleichtern würde. Er ließ sich einfach nie entmutigen.

Ein Hoch auf die Menschen, die Dinge durch pure, dickschädelige Beharrlichkeit verändern: Auf die Sturköpfe

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